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Develon-Demo-Days 2024 in Tschechien

Erstmals unter dem neuen Markennamen hat Develon in Milovice, nordöstlich von Prag, seine Demo-Days veranstaltet. Vor Ort war ein umfassender Querschnitt aus dem Produktprogramm des Herstellers – für uns die perfekte Gelegenheit zu diversen Proberunden.

Develon
Vielleicht die Zukunft: Der Prototyp eines autonomen Hydraulikbaggers DX225LC-7X, ausgestattet mit Gravis-Robotics-Technologie, belädt einen Knicklenker-Dumper DA30-7. (Bild: bd/Bömer)

Nicht weniger als 25 Maschinen standen zum Testen bereit: vom 1,0-t-Minibagger über Radlader, Dumper, Planierraupen und Mobilbagger bis zum 53-t-Kettenbagger. Während des viertägigen Events machten die 600 geladenen Händler, Kunden und Fachjournalisten von dieser Möglichkeit auch ausgiebig Gebrauch. Bei einem ganz speziellen Exponat blieb der Fahrersitz allerdings leer. Auf Basis des DX225LC-7X (23,3 t) wurde in Zusammenarbeit mit der Firma Gravis Robotics aus der Schweiz der Prototyp eines autonom arbeitenden Hydraulikbaggers entwickelt.

Die X-Variante eignet sich in besonderem Maß für diese Umrüstung, weil sie dafür bereits eine ganze Reihe von Voraussetzungen mitbringt. So erleichtert die elektrische Vorsteuerung die Umsetzung von KI-generierten Steuerbefehlen, und die vorhandenen Positions-Sensoren bilden die Basis für die Integration in ein 3D-System. Äußerlich erkennbar ist der Roboter-Bagger nur durch das Rooftop-Autonomy-Kit, eine Metallbox, in der Kamera und Scanner-Systeme integriert sind. Bei der Vorführung konnte die Maschine selbsttätig einen Dumper beladen und einen Graben ziehen. Dabei ist sie von der Leistung eines erfahrenen Bedieners sicher noch ein gutes Stück entfernt, erbringt diese Leistung allerdings rund um die Uhr, und das 24/7.

Beim nächsten Modell ist zwar noch ein Fahrer an Bord, jedoch wird der von zahlreichen Assistenzsystemen unterstützt. Für den DX225LC-7X wurde mit dem Kooperationspartner Leica-Geosystems ein nachrüstbares 3-D-Steuerungssystem entwickelt, das ebenfalls auf den genannten Hardware-Vorrüstungen aufbaut. Neben halbautomatischen Funktionen können auch Höhen- und Schwenkbegrenzungen vorgegeben werden. Ebenso ist eine Wiegeeinrichtung ins System integriert, was beim Beladen von Fahrzeugen und Erfassen von Tagesleistungen für spürbare Arbeitserleichterung sorgt. Um zu demonstrieren, wie weit diese Technologie bereits ist, wurde der Bagger mit einem Tiltrotator vorgeführt.

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Den ersten praktischen Kontakt gab es für mich dann mit den neuen Develon-Kompaktbaggern. Nach der Abspaltung vom Doosan-Konzern, endete nun auch die Verwendung von Bobcat-Minibaggern im Develon-Vertriebsprogramm. Es wurden ganz eigene Typen entwickelt und bestehende Modelle überarbeitet. Bis auf einige wenige, unterscheiden sie sich auch technisch von denen der Konzernmutter HD-Hyundai. Zu den echten Neuheiten zählen dabei der DX10Z-7 (1,0-t-Klasse), der DX19-7 (2,0-t-Klasse) und der Akku-Bagger DX20ZE-7 (2,0-t-Klasse). Letzterer verfügt über eine Batteriekapazität von 20,4 kWh bei einer Nennspannung von 51 Volt. Mit knapp 1 m Breite bietet er sich natürlich für eine Vielzahl von Arbeiten im Innenbereich an. Bei der Leistung steht er seinem Verbrenner-Pendant jedenfalls nicht nach, ist vielleicht sogar eine Spur spritziger. Agil trifft auch auf die größeren Vertreter der Kompaktbagger-Reihe zu. Beim DX62R-7 beispielsweise war der längere Stiel (2,00 m) montiert, wodurch der Bagger eine beachtliche Schlagweite erreicht. Damit lassen sich in Verbindung mit der flotten Hydraulik respektable Leistungen beispielsweise beim Abziehen von Flächen erzielen.

Bei den Kettenbaggern reichte die Auswahl von 15 bis 53 t Einsatzgewicht. Die Baureihe hatte zuletzt bei den Anpassungen bezüglich der Abgasstufen nur geringfügige optische Überarbeitungen erfahren. Wie man hört, soll da zur kommenden Bauma wieder etwas passieren. Allgemein machen die Develon-Bagger einen ausgereiften Eindruck. Das Hydrauliksystem kennt vier verschiedene Betriebsmodi von Eco bis Power Plus, wenn mal ganz zügig eine Schlange wartender Sattelkipper aufgelöst werden muss. Aber auch in den gemäßigteren Stufen bewegt sich der Bagger immer noch in respektablem Tempo. Nach meinem Empfinden ist die Vorsteuerung bei den Develon-Maschinen eher auf der weichen Seite eingestellt. Das sorgt für eine feinfühlige und eher geschmeidige Arbeitsweise, könnte aber manchmal etwas direkter sein – gewiss eine Einstellungssache.

Beide gezeigten Mobilbagger waren jeweils mit einem Steelwrist-Tiltrotator ausgestattet. Eines meiner absoluten Lieblings-Anbaugeräte, allerdings muss dann auch die Ansteuerung auf den Joysticks mit meinen Gewohnheiten übereinstimmen. Das jedoch ist bei der heutigen Ausstattung nur eine Frage von Minuten. Da die Ansteuerung komplett über elektro-magnetische Ventile erfolgt, kann jede Belegung der Rollen und Taster über eine Einstellung im Menü vorgenommen werden.

In dem für Europa und insbesondere Deutschland so wichtigen Segment der Mobilbagger kann Develon inzwischen acht Modelle von 6,0 bis 23,0 t anbieten. (Bild: bd/Bömer)

Bei den größeren Radladern war ebenso ein repräsentativer Querschnitt bis zum Topmodell DL580-7 mit 6,40-m³-Standard-Schaufelinhalt vertreten. Develon hat für diese Maschinengattung ein besonderes Ausstattungsmerkmal entwickelt, und zwar die sogenannte transparente Schaufel. Über zwei Kameras wird auf dem Display ein Bild erzeugt, das den Eindruck erweckt, man könne durch die Schaufel hindurchsehen. Ein sehr wertvolles Sicherheitstool, das besonders auf belebten Umschlagplätzen das Unfallrisiko senken und etwas Stress vom Fahrer nehmen kann. Ich selbst habe einen Unfall aus der Vergangenheit mit glücklicherweise nur erheblichem Sachschaden vor Augen, der durch ein solches System gewiss hätte verhindert werden können.

Nur als statisches Exponat zu sehen war der DX245DM-7 HRD, also ein Abbruchbagger mit Longfront-Ausrüstung in der 30-t-Klasse. Bei solchen Geräten wird ja gerne auf Superlative geschaut; doch deckt ja gerade diese untere Gewichtsklasse mit 18 m Bolzenöhe ein großes Spektrum der Abbruchaufgaben ab. Dabei hat der Develon, neben dem vergleichsweise geringen Transportgewicht, noch eine besondere Eigenschaft: Er kann das Fahrwerk auf eine Breite von 2,54 m zusammenziehen.

Europäische Kunden hatten bei den Demo-Days überhaupt die erste Chance auf eine Runde mit der neuen Planierraupe DD130-7. Tatsächlich eine Eigenentwicklung, die mit ihrem 14,5-t-Einsatzgewicht auf die Hauptwettbewerber Cat D4 oder Komatsu D51 zielt. Um dort mal selbst die Hände an die Hebel zu legen, hat dann tatsächlich die Zeit nicht mehr gereicht. Dass das Angebot eigentlich zu groß war für die vorhandene Zeit, ist dann auch die einzige Kritik an dieser rundum gelungenen Veranstaltung.