
Wie das Zeppelin Öllabor Maschinenschäden frühzeitig erkennt
Im Öl von Baumaschinen stecken wertvolle Informationen. Entsprechende Analysen, wie sie etwa das Zeppelin Öllabor durchführt, lassen viele Rückschlüsse auf den Zustand der jeweiligen Maschinen zu. So konnte Klarx, ein digitaler Vermieter von Baumaschinen und Bauequipment, in diesem Jahr bereits über 5.000 l Hydrauliköl einsparen.

Ob sich der Verschleiß einer Baumaschine noch im Rahmen bewegt, wie sauber das Hydrauliköl ist und wann Betriebsflüssigkeiten, Aggregate und Verschleißteile zu wechseln sind – damit beschäftigt sich seit 1997 das Zeppelin-Öllabor, das Verunreinigungen oder Ablagerungen, bedingt durch Abrieb, nachweisen kann. Die sind ein Indikator für einen potenziellen Leistungsverlust. Sie lassen aber auch Rückschlüsse auf den Verschleißzustand oder die Reparaturbedürftigkeit einer Baumaschine zu. Damit verbunden sind konkrete Handlungsanweisungen, um ein Gerät zu warten und zu reparieren oder Verschleißteile zu erneuern. Das hilft, teure Ausfälle zu verhindern und die Lebensdauer von Baumaschinen sowie ihrer Komponenten zu erhöhen. Und das ist ein zentrales Anliegen von Klarx. Das Unternehmen unterhält drei eigene Logistikzentren: am Firmensitz in München, in Frankfurt und in Berlin. Dort steht eine breite Auswahl an Baumaschinen bekannter Hersteller zur digitalen Vermietung bereit.
Um die Wartung dieser Maschinen effizienter, kostengünstiger und vor allem nachhaltiger zu gestalten, startete Sven Blanke, Service- und Garantiemanager bei Klarx, eine erste Testphase gemeinsam mit dem Zeppelin-Öllabor. Konkret ging es um die Analyse des Hydrauliköls aller 64 Yanmar-Baumaschinen aus dem Logistikzentrum in München. Laut Klarx benötigt jede Maschine zwischen 35 und 100 l Hydrauliköl. Von jedem Gerät wurde eine Ölprobe entnommen und an das Öllabor geschickt. Seit 27 Jahren werden dort Motor-, Getriebe-, Achs- und Hydrauliköl sowie Kühlwasser- und Kraftstoffproben ausgewertet – inzwischen an die 140.000 Proben pro Jahr mithilfe moderner Labortechnik. „Bei uns geht es unglaublich genau zu. Die Verschleißelemente, Additive und Verschmutzungen werden alle im nicht sichtbaren Bereich gemessen und im Parts-per-Million-Bereich (ppm) angegeben“, so Dagmar Welzl, die Leiterin des ZOD.
Auf die Laboranalyse folgt die Interpretation der Messwerte. Dabei greifen die Mitarbeiter auf eine umfangreiche Datenbank zurück, die über Jahre aufgebaut wurde und erfasste Messwerte auflistet. Berücksichtigt wird nicht nur das Aggregat, aus dem die Probe stammt, sondern auch der Maschinentyp. Somit erkennen die Experten von Zeppelin anhand einer Ölprobe, wann das Öl gewechselt werden muss. Die Ergebnisse der Ölanalyse verdeutlicht ein Ampelsystem, das Aufschluss über die Verunreinigung, den Ölzustand, die Ölreinheit und die Viskosität des Öls gibt. Die Ölanalysen der Klarx-Maschinen ergaben, dass das Hydrauliköl im grünen Bereich lag und dementsprechend nicht getauscht werden musste. „Dadurch konnten wir 5.028 l Hydrauliköl sparen und die Umweltbelastung senken, die durch das Auffüllen neuen Öls sowie durch die Entsorgung entsteht. Die Testergebnisse hatten wir bereits nach 48 Stunden vorliegen“, so Sven Blanke.
Neben der geringeren Umweltbelastung hat die Ölanalyse noch weitere Vorteile. Zum Beispiel um frühzeitig drohende Schäden aufzuspüren und sie dann erst gar nicht entstehen zu lassen. Anhand der Öldiagnosen lassen sich auch Aussagen über den Verschleiß treffen. Ist die Zylinderkopfdichtung des Dieselmotors nicht mehr ganz einwandfrei, kann Frostschutzmittel ins Motoröl eintreten. Erhöhte Siliziumwerte weisen darauf hin, dass der Luftfilter und das Ansaugsystem zu überprüfen sind. Lassen sich sowohl Blei als auch Aluminium belegen, könnten Lagerschalen verschlissen oder Schmutz ins Kühl- und/oder Kraftstoffsystem gelangt sein. So hat das Klarx-Team stets den Zustand der Baumaschinen im Blick und kann Schäden vorbeugen.